Steffen Kersken


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


* Ungelöste Konflikte ansprechen

Neue Bücher und Texte > * Hilfe et Weihnachtet!

Auszug aus "Hilfe et Weihnachtet!"

Foto: Pixaby.com
Niederrheinische Streithähne!

Tipp 8

Klären Sie an Heiligabend alle offenstehenden Konflikte!


Sie sind vielleicht ein Mensch, der offenen Austausch bevorzugt? Dann halten Sie Heiligabend bestimmt für den idealen Zeitpunkt, um ungelöste Konflikte auf den Tisch zu bringen! Es sind schließlich alle Leute beisammen, die es betrifft, und einer Aussprache wie munteren Drauflos-Streitens steht nichts mehr im Wege! Wenn Sie nicht wissen, wie Sie mit einer Konfliktklärung am besten beginnen, dann legen Sie sich kleine Einleitungssätze parat:
„Was ich dir schon immer mal sagen wollte!“ oder „Ich weiß nicht, ob dir das schon aufgefallen ist, aber ...“
Der moderne Mensch, wie fremd sich das auch anhören mag, aber der moderne Mensch ist heutzutage ja konfliktfähig oder er muss es zwangsweise sein, denn heutzutage gilt überall das Motto: der Stärkere gewinnt und der Schwache wird einfach ersetzt. Also Ellbogen raus und streiten, durchsetzen und recht haben! Basta! Dieses Prinzip finden wir in der Berufswelt, im Verein, in der Schule und mittlerweile in zwischenmenschlichen Beziehungen. Du brauchst da eine Elefantenhaut, ein dickes Fell, musst zäh wie Leder sein, eine Pferdenatur haben und neu-modern: taff oder tough sein!
Heute muss man durchpeitschen und hin und wieder taube Ohren haben oder an der niederrheinischen Taubheit leiden: nur das hören, was man hören möchte! Früher waren wir gelassener, heute streiten wir um jede Kleinigkeit oder erheben die Stimme für den kleinsten Killefitz. Alles muss ja perfekt sein, keine Schwäche zeigen und keine Fehler haben dürfen, so haben wir das gelernt, da wird wegen eines extravaganten Kleides schon mal ein Bürostreit vom Zaun gebrochen oder jemand weggemobbt. Die Krawatte passt nicht zum Business-Hemd, dann passt er aber auch nicht in unser TeamKonzept! Der Markt an Fortbildungen, teuer bezahlten Wochenend-Kursen für selbstbewusstes Auftreten, „Wie sage ich Nein“ oder „Der starke Angestellte!“ boomen! Als könnte man aus Mettwurst Marzipan machen! Isso! Aber wir brauchen Stärke, Selbstbewusstsein, zumindest sagt man uns das! Kein Mensch spricht bei einem Einstellungsgespräch mehr davon, was er mal falsch gemacht hat und woraus er dadurch gelernt hat, gewachsen ist und anders machen würde! Alle sind toll, du brauchst nur in die Bewerbung schauen, da steht es, schwarz auf weiß, und ich kann dir das auch perfekt runterbeten, wie toll ich bin!
Das menschliche Miteinander, die Kommunikation, der verbale Austausch untereinander und der deutsche Satzbau an sich haben sich dadurch natürlich total verändert: Subjekt, Prädikat und Beleidigung! Überall wo man hinschaut ist Knatsch und das fängt morgens an und hört abends auf: Beim Bäcker ist Knatsch wegen Matsc-hBrötchen, in der Bahn wegen dem Monats-Ticket, auf der Arbeit wegen allem, in der Mittagspause beim Italiener fehlt das Salat-Balsamico-Dressing, in der Kantine ist der Kaffee wieder kalt, wieder in der Bahn gibt es Knatsch wegen der Verspätung, zu Hause nur Knatsch wegen der Wäsche, im Sportverein Knatsch wegen der Mannschaftskasse und wenn ich abends im Bett liege, knatscht meine Seele mit mir. Ist doch wahr!
Menschen haben grundsätzlich verschiedene Strategien, um mit Konflikten umzugehen, in der Verhaltenstherapie heißt das Konfliktverhalten und tatsächlich neigen wir Menschen dazu, uns in bestimmten Lebenssituationen immer gleich zu verhalten, was nicht immer von Vorteil ist, da ein universelles Verhalten für alle Lebenslagen nicht immer zum gewünschten Resultat führt. Wir müssten dafür in unserem Verhalten flexibler sein, verschiedene Verhaltensweisen parat haben und diese abrufen können. Wir kommen aber oft nicht aus unserer Haut, vielleicht kennen Sie das, wenn jemand zu Ihnen sagt: „Sag mal, wie oft habe ich dir schon gesagt, dass …!“ Es gelingt uns aber oft trotzdem nicht, bestimmte Macken abzulegen, weil viele Verhaltensmuster unterbewusst und automatisch abgerufen werden. Menschen neigen auch in Konfliktsituationen immer wieder zu ritualisiertem Verhalten. Es gibt den Typ, der alles und jeden unterdrückt, kleinmacht und verbal niederringt. Diese Menschen sind sehr selbstbewusst und halten an ihrer Linie fest: „Du hast zwar recht, aber meine Meinung finde ich trotzdem besser!“ Also so Leute muss man mögen, lieben, finanziell von abhängig sein oder man ist mit denen verwandt, um das langfristig aushalten zu können!
Dann gibt es den Typ Schweiger, der alles wegschweigt und unausgesprochen lässt, ein Typ, der häufiger bei Männern zu finden ist und bei Frauen für emotionales Impulsverhalten führt, wie Wutausbrüche: „Jetzt sag du doch auch mal wat dazu!“
Die Schweiger verdrängen auch gerne mit Alkohol ihre Konflikte, dann steht schon nachmittags das niederrheinische Herrengedeck aus Bier und Korn auf dem Tisch. Ich bin mal einem Schweiger bei uns in Oestrum im Schäfchen begegnet, eine sehr schöne Kneipe, leider schon zu, aber wirklich sehr urig. Das Schäfchen liegt Richtung Asberg rechts hinter den Bahnschienen bzw. wenn Sie von Asberg Richtung Oestrum fahren, links hinter den Bahnschienen, dat is Ansichtssache, aber ich möchte Sie mit mir jetzt auch nicht weiter belasten, das führt sonst zu weit, aber das Schäfchen war schön, das muss ich noch eben sagen! Jedenfalls, ich saß dort eines Nachmittags nach einer Fahrradtour an der Theke und ungelogen, der einzige weitere Gast saß mir schräg gegenüber und hat drei Stunden lang nichts gesagt. Nichts! Er hat drei Stunden lang geschwiegen und nur gesüppelt. Ich kann das ja aushalten, diese Stille, meine Frau ja nicht, aber ich mag diese Stille, dann kann man mal nachdenken! Er hat bestimmt seinen Frust weggesoffen, et sah jedenfalls so aus, als würde er nicht nachdenken, aber man weiß ja nie genau, wenn so Leute drei Stunden auf das Bier und Korn gucken und schweigen, ob die jetzt nachdenken oder nicht, man weiß es nicht. Man steckt ja nicht drin! Man weiß es einfach nicht, denkt der Mensch jetzt nach oder ist er ins Koma verfallen? Man steckt nicht drin, in so einem Kopp, nicht wahr! Der Mann kann besoffen sein oder womöglich hochintelligent, kann ja auch sein! Und viel schlimmer: Er ist hochintelligent, aber ständig besoffen. Man steckt nicht drin!
Er guckt jedenfalls nach drei Stunden urplötzlich hoch, mir direkt in die Augen, ich war ganz verdutzt, und sagt: „Ich mag deine Fresse nicht!“
Ja, wirklich wahr! Er war drei Stunden im Koma, wacht auf und sagt: „Ich mag deine Fresse nicht!“ Die Psychologen nennen das Gegenübertragung, weil er seine Probleme auf meine Fresse projiziert! Ich sage zu ihm: „Dann sind wir schon zwei!“ Da platzte der Knoten zwischen uns, so könnte man das am besten formulieren, und dann fing der auf einmal an zu reden, da kam der ganze Frust von innen aus ihm herausgesprudelt, wie aus so einem Tisch-Springbrunnen: „Also, Herr Kersken, wie Sie dat immer machen, ich habe gehört, Sie haben das zweite Kind bekommen, aber die ganzen Bücher schreiben Sie trotzdem und Lesungen und alles, also wie Sie das alles gemanagt bekommen, Hut ab. Charly, mach mal zwei Korn, ne drei Korn, fürn Kersken auch, da trinken wir jetzt drauf! Auf Patchwork! Also wirklich, wie Sie dat immer machen mit den Kindern und Schreiben und dem Gedöns. Ich habe ja mein Leben lang immer Laisserfaire gelebt, nicht wahr, wenn ich freitags um 20 Uhr mein Feierabendbier aufgemacht habe, dann war alles in Ordnung! Ich sage Ihnen das ganz offen, so lange dat mit dem Feierabendbier ging, war mir persönlich egal, wie meine Frau mein Kind erzieht. Laisserfaire eben. Laisserfaire! Lasse machen. Aber wehe, wenn ich freitags nicht mein Feierabendbier aufmachen konnte, dann hat meine Frau auch mal zu spüren bekommen, wo der Hammer hängt. Gut, jetzt sind wir geschieden, aber die Frau war auch stark depressiv am Ende, ja, die hatte Malesse mit Depression, aber konnten sie nix mehr dran machen. Die Frau war überhaupt nicht mehr belastbar, also so wat von nicht belastbar, obwohl ich ja immer Laisserfaire war, immer Laisserfaire. Solange ich mein Feierabendbier hatte, habe ich die machen lassen, aber trotzdem, am Ende war die Frau durch den Wind. Also ne Depression is ja fies, mal ganz ehrlich, dat wünscht man ja dem ärgsten Feind nicht, so ne Malesse! Nee, aber ihr muss es jetzt wieder besser gehen, weiß der Geier, warum auf einmal, aber schön für sie. Herr Kersken, Sie aber mit Ihren Kindern und dem ganzen Jedöns, also Hut ab. Charly, mach mal drei, einen für den Kersken mit oder trinkst du auch einen, dann mach vier Korn!“ Ich habe noch gedacht, erstaunlich, was in so einem Schweiger alles an Gedanken drinstecken kann, wie so eine Wundertüte, wenn man es denn schafft, ihn zum Reden zu bekommen, also den richtigen Knopf bei ihm drückt. Sympathisch, so ein Typ, aber so wat von!
Das Gegenteil des Schweigers ist der Choleriker! Dieser Typ erhebt die Stimme im Streit, was seine Argumente nicht besser macht, aber es schüchtert ein. Er schreit den Frust raus, ist cholerisch, übertönt andere und alles. „Meine Therapeutin hat mir gesagt, ich muss es rauslassen, sonst fangen meine Konflikte geistig an und hören organisch auf. Ja, ich würde sonst mein Magengeschwür mit meinem Frust füttern, hat mir meine Therapeutin gesagt bzw. meine Friseurin in Trompet, aber die hat ja Menschenkenntnis! Ich wohne in Kapellen, aber ich gehe in Trompet zum Friseur, weil die Frau hat Menschenkenntnis!“
Es gibt dann noch den Typen, und ihn mag ich am liebsten, der immer anderen die Schuld gibt, egal was ist, es sind immer andere schuld, es gibt immer einen Grund, warum irgendwas nicht geklappt hat, und wenn es der Mond ist! Kennen Sie das? Ich konnte heute nicht schlafen, es war Vollmond. Das Kind hat die ganze Nacht geschrien, bestimmt wegen dem Mond, der ist abnehmend! Es haben immer andere Schuld, ist ja auch leichter so.
Diese Menschen sind oft narzisstisch geprägt und übertragen ihren Frust auf andere, so von oben herab. Ganz schlimm, ich mag das gar nicht, so von oben herab. Es gibt leider nur wenige Menschen, die wirklich kompromissbereit sind, weil das natürlich auch Flexibilität im Verhalten und Resultat einfordert, es ist aber eventuell die gesündeste Variante. Der Niederrheiner streitet auch für sein Leben gern, nur völlig ohne Lösungsansatz! Da kommt die Zeit ohne Rat und das Ei des Kolumbus ist des Pudels Kern! Man kann sagen, er diskutiert sein Leben lang darüber, ob das Ei zuerst da war oder das Huhn. Es gibt beim Huhn-Problem eigentlich keine weise Antwort, aber der Niederrheiner findet immer eine Weisheit ohne Schluss! Ich war neulich auf der Nikolausfeier vom 'Tennisclub Grün-Weiß' in Moers eingeladen und Sie glauben es nicht, selbst bei offiziellen Feiern liebt es der Niederrheiner zu streiten, da werden Konflikte gelebt und niederrheinisch zelebriert, aber auch hier wieder nur belangloses Zeug, als wäre der Niederrhein der Nabel der Welt oder das Tor zu den sieben Weltwundern! Nicht dass die Welt mit ihren großen Problemen verändert werden müsste, nein, da wurde diskutiert, wo Neukirchen-Vluyn anfängt und wo Moers aufhört. Und das stundenlang und immer wieder von vorne, weil irgendeiner wieder ein neues Argument einwarf, denn jeder von den Köppen weiß ja als einziger, wo Neukirchen-Vluyn anfängt und wo Moers aufhört. Keiner weiß dat wirklich ganz genau, aber bei dem bisschen, wat sie wissen, da sind sie sich zu hundertzehn Prozent sicher, dass das richtig sein muss!
Jetzt saßen die Köppe alle an einer langen Festtafel, jeder hatte so einen Schokoladen-Weihnachtsmann vor sich stehen, und das niederrheinische Streitgespräch lief psychologisch betrachtet, wie immer, in diesem Schema ab:
„Hasse gehört, wat der Holger vorhin mit Neukirchen-Vluyn gesagt hat und wie der dat gesagt hat? Ich hab dem darauf gesacht, dat du gesacht hast, und nicht dat ich dat gesacht habe, außerdem finde ich nicht gut, dat du dat so gesacht hast mit Neukirchen-Vluyn!“
„Wieso ich denn? Du hast doch gesacht, dat ich dat gesacht habe, dabei hab ich dat doch gar nicht gesacht, denn der Holger hat gesacht, dat du dat gesacht hast, aber ich, ich hab dat doch nicht gesacht, wat der Holger gesacht hat, aber ich finde dat jetzt gerade nicht gut, dat du dat jetzt auch gesacht hast, ich hätte dat gesacht, und nicht der Holger hätte das mit Neukirchen-Vluyn gesacht!“
„Dat finde ich aber auch nicht gut, dat du dat jetzt so mir nichts, dir nichts sachst!“
„Ich kann doch nichts dafür, wat der Holger mit Neukirchen-Vluyn sacht, aber dafür sach ich jetzt einfach gar nix mehr!“
„Und ich erst recht nicht!“
Und dann wird erst mal stur geschwiegen! Der erste Vorsitzende vom Tennisclub Moers hat 35 Jahre im Moerser Bauamt gearbeitet, ist dann nachts um eins noch mit dem Taxi nach Hause nach Asberg gefahren und hat die vom Bürgermeister beglaubigte Urkunde von Neukirchen-Vluyn ins Clubhaus mitgebracht. So stur waren die Köppe! Die Streithähne konnten ganz genau auf der Karte vom Bauamt sehen, wo Neukirchen-Vluyn aufhört und Moers anfängt, und das von oberster Stelle! Sie war hoch offiziell vom Bürgermeister beglaubigt, persönlicher geht es gar nicht mehr, aber da schob der Herbert Menzel, der für die Kinder eben noch den Nikolaus spielte und noch im Nikolaus-Kostüm an der Festtafel saß, ja, der hatte vor lauter Streiten keine Zeit sich umzuziehen, er schob die Urkunde mit der Hand beiseite, so zwischen Korn und Pils, und sagte: „Dat is Ansichtssache!“
Da ging dat ganze Spiel von vorne los. Einfach von vorne los, dat muss man sich mal vorstellen! Irgendwann hatten die Köppe dann so viel intus, dass keiner mehr miteinander sprach. Man könnte sagen: Sie hatten sich in Schweigen gehüllt, es herrschte Schweigen im Walde, niemand wollte das Schweigen brechen, es gab betretenes Schweigen oder sie hatten sich quasi gegenseitig zum Schweigen gebracht, dat is Ansichtssache! Schweigen ist Gold, sagt man ja, aber ganz zu schweigen von der Stimmung, die war nämlich dahin, nicht wahr! Neukirchen-Vluyn führte zu tagelangem Schweigen, denn da sind die Niederrheiner ja stur drin, im Stursein! Bis der erste Vorsitzende zwei Monate später verstarb, da fingen die Schweiger hinterher auf der Trauerfeier oder dem Leichenschmaus wieder an, miteinander zu sprechen. Nein, sprechen ist dat falsche Wort: zu streiten an!
In heutigen Zeiten, liebe Querdenker, sollten wir aber auch gerne hin und wieder egoistischer sein. Ich denke, wir dürfen das! Wir können uns das hin und wieder erlauben, dürfen für unsere Bedürfnisse eintreten und sollten auch mal für uns selbst einen Konflikt riskieren!

Erst heute hatte ich wieder diesen Gedanken.
Quasi so ein Gedankenspiel, könnte man sagen.
Wat der jetzt über mich denken mag!
Kennze dat?
Da willste wat sagen, aber halt!
Wat würde der dann über mich denken,
wenn ich dat jetzt sach?
Wat ich eigentlich sagen möchte!
Oder mal Nein sagen würde?
Kennze dat?
Also lieber nix sagen.
Dann denkt der sich ja auch nix.
Wenn ich nämlich nix sage!
So denke ich dann wieder.
Aber eigentlich is dat doch Quatsch,
einfach nix zu sagen!


Denn et is doch egal, wat ich denke,
wat der über mich denkt.
Wenn ich sage,
wat ich denke.
Und is auch egal,
wat der denkt, wenn ich sage,
wat ich denke
oder sagen möchte,
denn et is nur wichtig,
wat ich sage und denke.
Und nicht, wat ich nicht sage.
Weil ich denke,
Wat denkt der jetzt von mir,
wenn ich dat sage!
Aber mir gelingt dat wieder nicht,
zu sagen, wat ich denke.
Ich denke quasi immer nur an andere.
Kennze dat?


Erste Person Singular

Wir laufen durch das Leben
Barfuß über Waldboden und weiche Tannennadeln
Im Zickzack durch dunkle Pfade
Und steinige Wege
Mit unserer Geburt
Sind wir verloren
Im Rhythmus vom Nehmen und Geben,
Rückschlägen und Aufstehen
Wir versuchen unser Selbstbewusstsein hochzuhalten
Und wandern steile Berge hinauf
Jeder Schritt eine Erinnerung an Fehler und Schuld
Schlechtes Gewissen fließt im endlosen Lauf


Ein Leben lang
versuchen wir uns durchzusetzen
einzusetzen
Wir kämpfen für unsere Ideale
Stehen füreinander ein
Ellenbögen raus
Die Hoffnung hoch gehalten
Es kostet Kraft,
wenn wir fallen und mal scheitern
Dann richten wir uns auf,
marschieren mühsam weiter
Kämpfen gegen Windmühlen
Wir durchqueren Täler und blicken über Horizonte
Bitten um Vergebung und erfahren Schmerz
Lassen vom hohen Ross herab
Wir trauern und lassen zurück
Machen uns klein und ducken uns weg
Hin und wieder verkriechen wir uns,
um gestärkt hervorzukommen

Wir schreiten durch Kristall in farbigem Licht
Und inmitten der La Sagrada Familia
Suchen wir nach Glauben
Nach Halt und Standvermögen
Wir denken an verpasste Gelegenheiten
Unausgesprochene Worte mit ehrlichem Gewicht
Es sammeln sich verpasste Chancen
Falsche Entscheidungen und stille Verletzungen
Wie Luftbläschen im umgedrehten Wasserglas
Sie zerplatzen still in den letzten Abendstunden
Das Leben scheint hin und wieder schwer

Es klingt absurd
Aber ich sehe mich zum ersten Mal
Mitten in diesem Auf und Ab des Lebens
Allein und vom Leben gezeichnet
Verzeihe ich mir selbst
Und akzeptiere, wer ich bin

Alles macht mir Angst
Alles bewegt sich
Nirgendwo ist Halt
Niemand, der mich stützt
In diesem schutzlosen Raum
begegne ich meinem Spiegelbild
Selbstfindung

Von Angesicht zu Angesicht
Auge in Auge mit mir
Ich bin auf dem Weg
Und finde mich selbst
Alles Getane fällt ins Gewicht


Ich sehe mich
Keine Lüge mehr
Erste Person Singular
Und das bin ich!


Mich sehen und nicht immer die anderen,
Mich zu akzeptieren und das, was ich im Leben getan habe.
Mich einfach mal zu mögen.
Ja.
Ich glaube,
das sollte ich viel öfter mal machen!
...mehr im Buch

Startseite | Steffen | News | Tickets | Tourdaten | Ticket-Aktivierung | @Litfass! | Steffen Kersken & Friends | Die kreativen Projekte für den guten Zweck | Spenden und Werbung | Konzert-Berichte | Neue Bücher und Texte | Presse | SHOP/ Bücher/Audio CDs/DVDs | Händlershop | Galerie Steffen & Tourbilder | Audios | Videos | Presse Login | Kontakt und Buchung | Fanpage | Literatur- Preis | Links | Facebook | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü