Steffen Kersken


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* Radio Interview zum Buch

Neue Bücher und Texte > * Buch 2013: Da machste nix dran!

Radio Interview zum neuen Buch und den Live Musiklesungen:
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- Wie kam es zum Schreiben und wie haben sich die Bücher entwickelt:

Schreiben oder ein kreativer Prozess beginnt eigentlich immer über ein Erlebnis das der Schriftsteller selbst erfahren hat.
Das könnte Verlust sein, eine Trennung, Schmerz, aber auch etwas Schönes wie die Liebe oder die Geburt eines Kindes. Bei mir war es der Schmerz und ein Verlust der zum Schreiben meines ersten Buches 2003 führte und anfangs schrieb ich einfache Gedichte und kleine Texte auf, quasi als Verarbeitung der Geschehnisse. Erst später entwickelte ich daraus einen kreativen Prozess und begann den Focus auf meine Umwelt zu setzen, ich begann die Menschen in meiner Umgebung zu beobachten und sie wahrzunehmen. Ich begann etwas aus meinen Erfahrungen zu machen, nämlich diese Erfahrung mit der Gesellschaft und den Menschen darin abzugleichen, um das Erlebte für mich nutzen zu können. „Mondlichttänzer“ 2009 und das neue Buch „Da machste nix dran!“ wurden immer mehr zum Spiegel der Gesellschaft in der ich lebte und der Umwelt des Niederrhein mit seinen Kohlewerken, Zechen, die wunderschöne Natur am Rhein mit seinen Städtchen, Dörfern, den Rad und Wanderwegen.
Diese Vielfalt der Umgebung und Menschen habe ich immer mehr zu schätzen erfahren und in meinen Texten fest gehalten. Kern des neuen Buches ist eben diese Vielfalt der Menschen am Niederrhein, der Menschen die man auf der Straße beim Plaudern trifft, im Sportverein, oder in der Kneipe um die Ecke. Ich musste nur genau zu hören und beobachten um die Menschen und die Typen des Niederrhein für mein neues Buch zu entdecken.

- Was sind die Typen des Niederrhein:

Da ist der Typ A, der passiv aggressive Schweiger, der Zuhörer unter den Typen. Er ist unauffällig und denkt lange nach, bevor er nichts sagt. Mit seinen Kurzantworten und Floskeln kann er seinem Gesprächspartner zur Weißglut bringen.
Der Typ B ist der Genussniederrheiner, der gerne etwas rundlich und mit geröteten Bäckchen umher läuft. Er möchte Harmonie herstellen und versucht mit seinen Witzen für gute Stimmung zu sorgen. Er kümmert sich, kann schlecht „Nein“ sagen und ist der Hanns Dampf in allen Gassen. Er selbst spricht aber kaum oder ungern über seine Gefühle und baut eine Fassade aus Humor auf. Er frisst in sich hinein und ist eigentlich öfters mal traurig, obwohl man es ihm nicht ansieht.
Der Typ C ist die Quasselstrippe. Diese Person trifft man beim Kurzeinkauf rein zufällig auf der Straße und innerhalb von fünf Minuten erfährt man, dass ihre Nachbarin Frau Kolloweski mit Bandscheibenvorfall in der Uni Klinik in Duisburg liegt, obwohl dir Frau Kolloweski selbst vollkommen unbekannt ist. Der Redefluss des Typ C ist kaum zu unterbrechen, wobei er dabei tausend Kurzgeschichten mit einfließen lässt und ein Meister des „Umdieeckedenkens“ ist.
Ein Film über ihn könnte heißen: „Indiana Jones- Auf der Suche nach der Kernaussage!“
Der Typ D ist der klassische Klugscheißer, der auf alles eine Antwort hat. Er tut so als wüsste er alles und hat alles schon mal gemacht. Mitmenschen neigen dazu zu glauben, dass er hoch gebildet wäre, dabei besitzt er eigentlich nur ein fundiertes Halbwissen, und er schmiert jeder Person dieses Halbwissen auf ihr Butterbrot, ob man will oder nicht. Der Typ D ist der Moralapostel der Nation und zugleich der Unschuldsengel von Orsoy. Seine Mitmenschen lernen mit der Zeit mit dieser nazistisch geprägten Persönlichkeit umzugehen.


- Was ist der Inhalt des neuen Buches:
Neben den Hauptdarstellern des Niederrhein spielt im Buch die Realsatire eine wichtige Rolle.
Namen und Personen im Buch sind zwar erfunden, aber einzelne Situationen, Erlebnisse, Geschichten sind der Wahrheit und dem real Erlebten angepasst. Der Niederrheiner ist ein besonderes Wesen, dass die unsinnigsten Geschichten erlebt und dieses gerne weiter erzählt. Oft denkt man: „Die Geschichte kann nicht wahr sein!“, aber der Niederrheiner ist auch etwas verrückt und er erlebt tatsächlich sonderbare Sachen, und sein soziales Zusammenleben ist nun mal sehr speziell und durch die verschiedenen Typen auch immer mit einen Schuss Sarkasmus und Humor getränkt. Der Niederrheiner ist im Kern absolut liebenswert und man kann ihm nicht Böse sein.

- Was sind die therapeutischen Ansätze im neuen Buch:

Der Niederrheiner geht ungern mit der Zeit. Er ist mit seinen Charakteren weit weg von Wandel und Anpassung an die schnelllebige Gesellschaft, was ihn hin und wieder auch kompliziert macht. Er ist da so ein Bisschen wie seine Umgebung, in der er lebt. Alte Denkmäler, brach liegende Zechen und Denkmal geschützte Häuser zeugen vom Stillstand der Zeit. Er ist wie er ist und er bleibt so, er sacht wat er sagen will und wie er et sagen will, er ist und bleibt eben ein Dickkopp.
Fehlendes Anpassungsvermögen an die moderne Umwelt führen natürlich zu klassischen Gesellschaftserkrankungen, wie Burnout, Depression, Mobbing, oder Panikattacken. Davor ist auch ein Niederrheiner nicht gefeit.
Das Buch widmet sich diesen Erkrankungen auf lustige, sarkastische Weise und differenziert zwischen Eigenart oder Besonderheit eines Menschen und einer Persönlichkeitserkrankung.
Dabei wirft das Buch zurecht die Frage auf:
„Nur weil wir Ecken und Kanten haben und wir diese in einer modernen, schnellen Gesellschaft mit wachsenden Anforderungen schlecht ablegen können, sind wir deshalb krank?“
Ich sage „Nein“! Die Gesellschaft muss wieder lernen sich flexibler auf einzelne Charaktere einzulassen und mehr auf den einzelnen Menschen zu zu gehen. Die Gesellschaft muss wieder mehr Rücksicht nehmen auf die unterschiedlichen Typen einer Region und den Menschen mit seinen unterschiedlichen Eigenschaften. Die heutigen, gesellschaftlichen Strukturen integrieren weder Ausländer, noch nehmen sie Rücksicht auf die Verschiedenheit der Menschen mit ihren individuellen Stärken und Schwächen in ihrer Region. Wirtschaftlich orientierte Unternehmen verlangen Anpassung und denken Global, sie arbeiten mit Konzepten mit in denen Schwächen keine Rolle spielen. Kein Wunder das Menschen da irgendwann umfallen. Dabei könnte ein Unternehmen vielmehr von einem Mitarbeiter profitieren, indem es das Profil eines Arbeitsplatzes nicht universell gestaltet, sondern auf die Stärken und Schwächen des einzelnen Mitarbeiters ausrichtet. Ein Mitarbeiter arbeitet profitabler wenn er ohne Angst und ausgeruht zur Arbeit kommt, wenn er seine Bedürfnisse offen äußern kann, er für seine Leistung gelobt wird und er sein Selbstwertgefühl über seine Arbeit - und damit über das Unternehmen definiert. Und was kostet Zuhören? Was Kostet ein Lob oder Lächeln? Was kostet Rücksichtnahme und Wertschätzung? Nichts! Statt Managern große Abfindungen zu zahlen sollten Unternehmen mehr auf die Bedürfnisse des Mitarbeiters achten, dass kostet weniger! Ich will damit sagen:
Ich liebe die niederrheinische Art der Menschen, ihr Fassettenreichtum und es wäre schade, wenn wir Menschen unsere Eigenheiten im Wandel der Zeit verlieren würden.

- Was genau ist eine Musiklesung:

Ich habe es immer als langweilig empfunden, wenn ein Typ sich auf die Bühne setzt, ein Buch aufschlägt und zwei Stunden daraus liest. Ich liebe die Musik und verbinde eine klassische Lesung mit unterschiedlichen Musikrichtungen, wie Pop und Rockmusik und mit Liedern, die zu meinen Texten passen und eine Aussage unterstützen. In den letzten Jahren konnte ich dafür immer mehr Musiker, auch bekannte Größen, dafür begeistern. Die ausverkauften Lesungen vor bis zu 120 Menschen zeigen, dass es ankommt und ich erreiche damit auch junge Menschen.


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