Steffen Kersken


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* Nachdenkliches

Neue Bücher und Texte > * Buch Dat is Ansichtssache!

"Den Text habe ich mal 2006 auf ein Stück Papier gekritzelt. Damals hatte sich viel in meinem Leben verändert, beruflich, Menschen starben, eine Beziehung ist gescheitert. Damals flog ich mit ein paar Kumpels nach Gran Canaria, es war mitten im Winter, wir brauchten etwas Licht und andere Luft. Wir sassen in den Dünen von Maspalomas, jeder schwieg und dachte nach. Ich kramte einen Stift hervor und schrieb auf die Rückseite eines Flyers ein paar Gedanken, keinen fertigen Text. Ich habe es nie geschafft den Text aus den Gedanken entstehen zu lassen, und in meinen letzten Büchern ist er deshalb nie erschienen. Vor einem halben Jahr kramte ich den Flyer aus meiner Gedanken Box und Zettelsammlung hervor. Darauf stand:
Menschen kommen und Menschen gehen
Du hinterlässt und fängst an
Du liebst und du hasst
Du gewinnst und verlierst
Du verletzt und verzeihst
Etwas Endet und Anderes beginnt
Nie ist jemand so ganz
Ein Leben lang bei Dir
An deiner Seite
Nur Du bist dein Anfang
Und dein Ende
Daraus entstand nun der Text "Ein kleines Stück", der es knapp zehn Jahre später in mein neues Buch schafft:"

Ein kleines Stück

Menschen kommen und Menschen gehen
Eine Quelle entspringt
An fernem Ort
Während weiter unten
Wasser still versiegt
Erinnerungen beginnen zu Leben
Während der Moment schon längst vergeht

Menschen kommen und Menschen gehen
Sterne funkeln in der Nacht
Während Sternschnuppen still verglühen
Eine Hand hält fest
Während andere auseinandergehen

Menschen kommen und Menschen gehen
Du hinterlässt und fängst an
Du liebst und du hasst
Du gewinnst und verlierst
Du verletzt und verzeihst
Etwas Endet und Anderes beginnt

Nie ist jemand so ganz
Ein Leben lang bei Dir
An deiner Seite
Nur Du bist dein Anfang
Und dein Ende

Menschen bleiben zurück
Sie gehen still und heimlich
Aber mit jedem Abschied
Jedem getrennten Weg
Mit jedem Tod
Geht auch in mir
Ein kleines Stück

Menschen kommen und Menschen gehen
Die Flut bringt
Die Ebbe nimmt
Der Sonnenaufgang beginnt
Der Untergang versinkt
Menschen kommen und Menschen gehen
Im Rhythmus der Zeit
Bergauf und Bergab

Gott gibt und nimmt
Ein Anfang schenkt
Im Ende lernen wir verstehen

Menschen kommen und ...
mehr im Buche Das Video dazu hier
Du stellst her und zerbrichst

Grundsätzlich glaube ich, dass wir dem Leben einfach mehr Vertrauen sollten. Resilienz und belastende Lebenserfahrungen führen häufig zur Resignation, zu Gedanken wie: Das Leben meint es schlecht mit mir. Ich hatte eine Zeit, schon früh in meinem Leben, wo ich lange mit dem Leben und Gott gehadert habe. Warum tut ihr mir das an? Aber ich habe versucht, diese Erfahrungen im ersten Schritt zu verarbeiten und im zweiten Schritt daraus zu lernen. Das Leben und Gott haben mich nicht vergessen, vor allem, weil ich begonnen habe, in allem nicht nur das Schlechte zu sehen, was mir eine Zeit lang gut gelungen war, alles schwarzzumalen. Das Leben fiel mir leichter, als ich mein Augenmerk wieder darauf legte, was ich kann und was mir gelang. Mein Gefühl veränderte sich von Wut, Zorn und Schmerz hin zu Dankbarkeit, Vergebung, Glück und Liebe. Ich konnte wieder mehr auf Menschen zugehen und das Leben schenkte mir wieder schöne Momente, die es wieder lebenswert machten und meine Perspektive änderten. Vielleicht hat alles seine Zeit und jeder Moment – ob gut oder schlecht – hat einen bestimmten Sinn und ist ein Puzzlestück in deinem Leben. Wer weiß das schon? Aber davon handelt der Text:
Alles zu seiner Zeit

Wir jagen Träumen und Vorstellungen nach
Auf der Suche nach Freiheit und
Uns selbst
Werte und Normen im Gepäck
Die uns unsere Eltern
Und die Gesellschaft
In den Kopf getrichtert haben

Wir haben von allem
Ein Bild
Wir haben von uns selbst
Ein Bild bekommen
Wir leben unsere Vorstellungen von
Liebe und Partnerschaft
Beruf und Status
Von Arm und Reich
Leistung und Entspannung
Wie ein Rad in der Maschine

Der Erfolg wird uns in die Wiege gelegt
Die Erwartungshaltungen
Tragen wir hinten im Rucksack
Und springen damit
Von Flussstein zu Flussstein
Immer mit der Gefahr
Den Halt unter den Füßen
zu verlieren

Aber es lässt sich nicht vermeiden
Im Wasser zu landen
Knietief sitzen wir im Fluss
Noch ganz steif vor Schreck
Und mit Angst in den Gliedern
Geht es plötzlich nicht mehr voran

Wir scheitern und werden verletzt
Und verlieren auch mal
Aber auch wir verletzen
Machen Fehler
Können Erwartungen nicht erfüllen
Lassen zurück
Haben andere ausgenutzt
Und heute
Fallen wir als Engel
Das Fallen tut weh
Der Eine steht auf und erwächst
Ein anderer bleibt liegen
Zerfließt in der Kränkung
Vergeht in der Verletzung


Es dauert
Bis wir nicht mehr hadern
Bis wir verstehen
Dass wir nicht so sind
Wie uns andere sehen
Dass wir nicht so sind
Wie wir uns selbst sehen
Dass wir scheitern dürfen
Und erst dann
Daraus erwachsen

Unser Blick geht oft in die Vergangenheit
Aber wenn wir gefallen sind
Und auferstehen
Dann wachsen wir
Ein neues Bild entsteht
Das wir nun erst erkennen
Und mit jedem neuen Schritt
Entfliehen wir dem alten Bild
Wir werden frei
Und erkennen den Sinn
Zu fallen
Auch wenn Niederlagen uns den Blick
Versperren
Und die Schritte kleiner werden
Sollten wir niemals vergessen
Das Leben zahlt uns eines Tages aus
Das Glück reicht uns die Hand

Aber
Alles zu seiner Zeit

Wir sind geimpft stark zu sein
Als Kind werden wir aufgefordert
Zu gewinnen
Ein kleiner Held zu sein
Indianer kennen keinen Schmerz
Wir kämpfen gegen jede Windmühle an
Müssen jeden Leistungsdruck ertragen
Und die Stürme des Lebens überstehen
Die Menschen springen
Von einer Prüfung zur nächsten
Wir werden bewertet und verurteilt
Und immer wieder rücken
Wir uns ins rechte Licht
Nur um jede Erwartung zu erfüllen
Dieses Bild von uns
Hat sich in uns implantiert

Aber irgendwann lahmt der Esel
Auf dem wir sitzen
Und gegen die Windmühlen anreiten
Der Rücken schmerzt und
Die Augen sind müde vom Gegenwind
Wir stürzen aus dem Sattel
Denn die Beine sind kraftlos
Die Hände steif

So liegen wir im Gras
Mit Blick in den Himmel
Und wir suchen mit verzweifeltem Blick
Die Wolken ab
Als wenn wir von dort etwas erwarten
Vielleicht eine Hand
Einen starken Arm, der uns aufhilft
Aber da ist nur ein leises Summen
Und die Bewegung der Mühlenflügel
Die endlos kreisen
Endlos
…......mehr im Buch

Mit meinen Händen

Ich saß in einer kleinen Bar am Strand
Ein Geist aus weißem Dunst stieg über das Meer
Die Brandung rauschte still
In der Ferne klang das Geräusch eines Fischerbootes

Ich grübelte und grübelte über jeden Gedanken
Sprachlos und ohne bestimmte Richtung
Redete ich mir ein
Ich könnte Unbegreifliches fassbar machen
Endloses endlich
Unbekannten Dingen einen Namen geben
Um Verlust und Schmerz hinter mir zu lassen
Mit hängenden Schultern
Und leerem Blick
Suchte ich den Horizont nach Bildern ab
Um Antworten auf Gefühle zu finden
Die von der Vergangenheit geblieben sind
Und wie ein letzter Rest
Im Glas verweilten

In dem Moment
Als ein Lichtstrahl durch die Wolken glitt
Atmete ich ein
Und Farbe durchbrach das Weiß und Grau 
Für diesen Augenblick
Schien das Schwere leichter

Es sind die Erinnerungen
Die mich quälen

Ich dachte immer
Große Menschen sind stark
Wie ein Baum
Ich dachte immer
Mit meinen großen Händen halte ich fest
Wie ein Fels
Ich dachte immer
Meine Schultern sind kräftig
Wie ein Berg
Aber es war nichts festzuhalten
Mit meinen Händen

Das Leben zerfließt
Durch meine Hände
Wie rieselnder Sand
Durchbricht es dicke Wände
In stetig laufender Zeit
Das Leben zerfließt
Durch meine Hände
Wie aufwirbelnder Staub
Zerschneidet es freundschaftliche Bände
In unaufhaltsamer Bewegung

Die Finger greifen noch
Zurück bleibt Schmerz und Traurigkeit

Es sind die Erinnerungen
Die mich quälen

Ich saß in einer kleinen Bar am Strand
Ein Geist aus weißem Dunst stieg über das Meer
Die Brandung rauschte still
In der Ferne klang das Geräusch eines Fischerbootes

Mit hängenden Schultern
Und leerem Blick
Suchte ich den Horizont nach Bildern ab
Um Antworten auf Gefühle zu finden
Die von der Vergangenheit geblieben sind
Und wie ein letzter Rest
Im Glas verweilten


In dem Moment
Als Du mit einem Lächeln neben mir Platz nahmst
Atmete ich ein
Und Farbe durchbrach das Weiß und Grau
Für diesen Augenblick
Schien das Schwere leichter
….......mehr im Buch



Private Insolvenz


Die Dämmerung zeigt sich
Und fällt sanft ins Zimmer hinein
Mustervorhänge schwingen farblos im Takt
Bilder an der Wand schimmern glanzlos
Eine Art Dunkelheit erobert mich und den Raum
Mein Leben wirkt farblos
Leer und ohne Gefühl
Jeder Moment verschwimmt augenblicklich

Was war das heute für ein Tag
Ich habe wieder mal nicht Nein gesagt
Und versucht
Die Zeit einzuholen
Die Arbeit nicht nur erledigt
Sondern alles in Ordnung gebracht
Probleme anderer gelöst
Für Harmonie gesorgt und Verantwortung übernommen
Niemand verlangt es von mir
Aber alles muss laufen
Alles muss funktionieren
Und ohne mich
Geht das doch nicht
Und jetzt
Nimmt mich alles in Beschlag

Mein Blick schweift durchs Fenster in die Ferne
Blumen stehen mit hängenden Köpfen auf dem Sims
Ein Schrank mit Schallplatten steht staubig daneben
Sie wurden schon lange nicht berührt
Eine Fliege schwirrt tonlos umher
Auf der Suche nach einem Ausgang
Und ich sitze starr
Meine Glieder sind steif vor Erschöpfung
Wie gefroren
Aber meiner Seele fehlt die Wärme

Was war das heute für ein Tag
Überstunden geschoben
Keine Pause gehabt
Und mit dem Chef gestritten
Den Anruf des Liebsten weggedrückt
Bedürfnisse hinten angestellt
Nur gehandelt und nicht gefühlt
Niemand verlangt es von mir
Aber alles muss laufen
Alles muss funktionieren
Und ohne mich
Geht das doch nicht
Und jetzt
Nimmt mich alles in Beschlag
Die Zeit rennt und ich versuche dagegen anzuhalten
Noch schnell eingekauft
Und auf das Enkelkind aufgepasst
Die Fenster abends geputzt
Denn morgen kommt Besuch
Ich habe heute
Mal wieder nichts für mich getan
Die Frau ist im Bett
Aber zwischen uns
Ist kein sinnvolles Wort gefallen
Vielleicht auch gut so
Denn in mir ist nichts
Über das ich reden könnte
Alles ist monoton
Fremdgesteuert
Mein Leben habe ich
Aus der Hand gegeben

Ich weiß nicht mehr
Wer ich wirklich bin
Was ich will
Was in mir vorgeht
Oder welche Ziele
Ich als Kind mal hatte
Das Leben läuft voran
Ohne Hoffnung auf Heimkehr

Der Tag ist um
Und unterm Strich
Habe ich nichts gewonnen
Da ist nichts
Was mich am Leben hält
Außer einer Flasche Wein
Und einer vergilbten Seite
Aus meinem Tagebuch
Über einen verlorenen Traum

….mehr im Buch


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