Steffen Kersken


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* Dat is en kleiner Rocker

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So ne kleine Rocker is dat

In unserer Gesellschaft treten ja immer häufiger so genannte "Gesellschafts- Erkrankungen" auf. Z.B. Burn out, Mobbing Opfer, ADS oder ADHS bei Kindern wie Erwachsenen, Erschöpfungszustände, und bei Kindern ganz beliebt und gern vom Arzt diagnostiziert - die Hyperaktivität.
Kinder sind dann zu aktiv. Sie machen Lärm, halten sich nicht an Regeln, schlagen um sich, tun den anderen Kindern weh, machen Sachen Kaputt und sind laut. Bei uns am Niederrhein auch kleiner Rocker genannt. Man kennt das ja, wenn Leutchen wie Fr. Hübner am Supermarktregal zwischen Jemüsesuppe und Quark von ihrem Enkel schwärmt:
"Ja der Martin, datt is schon son ne kleine Rocker!
Der setzt sich durch sach ich Ihnen. Ich kann ihnen vertellen, wenn der den Ball haben will, dann holt der sich auch datt Ding. Aber wie der But Spencer aus de Boxereifilmen. Kennse die Filme. Wo der But Spencer von oben mit nem Schwinger, dem Fiesling mit der Faust auf de Kopp hämmert, und der durch de Holzboden innen Keller durch schießt. Der landet dann immer auf son Kohleberch inne letzte Etage.
In so ne italienischen Fischer Kneipen is ja allet us Holz. Die hamm ja ken jeld da drüben.
Ja, von de paar Fische könn die ja kaum leben, die armen Schweine. Is ja alles heutzutage überfischt. Hier, mit de ganze, wie heißen die Dinger, mit de, Dingenskirchen, hier Fischtrawlers.
Wie soll da son en kleiner Pescatore da mit seinem Kutter überleben? Datt geht ja nich.
Da hat ja auch dieser Berlusconi sin Fingerkes im Spiel. Mafia. Allet Mafiosis.
Allet Verbrecher da drüben die Politicos. Da kann der jemeine Pizzabäcker von um de Ecke ja nix für.
Der Nino, Luca, Simone oder Alessandro und wie die alle heißen.
Ich ess ja auch gern Pizza. Hier die Magarita, oder is datt jetzt en Getränk. Hier, Dingenskirchen, mit Eiswürfeln und Früchten. Oder heißt datt beides so?
Wer is eigentlich Magarita jewesen? Ich mein die Frau wäre mal von der spanischen Inquisition verfolgt worden. Die Magarita. Lang ist `s her.
Is ja jetzt egal, so viel Zeit werden Sie ja auch gar nicht haben.
Aber um noch mal eben kurz auf den Martin sprechen zu kommen, der holt sich den Ball, sach ich Ihnen. Der knallt dem andern Bengel dann von oben auf den Kopp, datt der den Ball direkt los läßt.
Ja, der Martin. Ich möchte datt nicht befürworten. Gewalt is ja grundsätzlich falsch.
Aber der Jung setzt sich schon durch.
Dat is schon son ne kleiner Rocker, der Martin. Datt sach ich ihnen aber, Herr Kersken."
Die italienische Margharita wird übrigens mit h geschrieben, falls sie vor hatten eine Suchmaschine zu befragen.
Kinder diesen Formates wird dann gerne die sogenannte psychisch funktionelle Therapie im Rahmen der Ergotherapie verordnet. Die kleinen Rocker und Rockerinnen sollen dann strukturiert werden, Regeln lernen, Rollenverhalten ausbilden, durch Klettern, spielen, spüren und fehlende Entwicklung des Gehirnes nachholen. Das ist auch gut, auch schulische Probleme und fehlende Aktivität, sowie soziale Kontakte werden dadurch ausgeglichen, wobei das Übel an der Wurzel zumeist nicht behandelt wird: Die Eltern.
Die Eltern erlauben das Playstation zocken statt Bolzplatz oder Spielplatz Erfahrungen zu forcieren. Auch das zumeist Überbehüten der Kinder führt zu Erfahrungsarmut. Viele Eltern drücken ihren Kindern schon früh Gedächtnisspiele und sonstige Hirnleistungsübungen aufs Auge, was im Übrigen genauso die kindgerechten Erfahrungen einschränkt, wie Reizarmut über Playstation zocken. Lernen statt toben bildet auch zum schlechten Schüler aus.
Ich erinnere mich da an einen kleinen Patienten, den ich im Rahmen meines Praktikums in einer pädiatrischen Praxis für Ergotherapie in Krefeld kennenlernen durfte. Es handelte sich dabei um die kleine, ebenso quirlige Chinesin Fang. Mit ihren sechs Jahren besuchte Sie einen Montessori Kindergarten und war nun mit etwas Verspätung bereit, auf die Grundschule zu wechseln.
Der Eindruck den sie dabei bei den Erzieherinnen und Erziehern hinterließ, war allerdings alles andere als Grundschulreif. Vielleicht lag es daran, dass sie der fünf jährigen Laura aus der Elefantengruppe, in der Krabbelröhre mit einer Hartplastikschaufel eine Platzwunde über dem Auge verpasste. Oder weil das ständige bewerfen der Gruppenleiter mit Sand, manchmal auch mit Katzenkacke gemischt, einfach nur nervte.
Der Bogen wurde wahrlich überspannt, als die quirlige Fang ihre psychosexuelle Latenzperiode im Elterlichen Hause auslebte. Die Eltern stammen aus gut bürgerlichem Hause. Sie sind vor zwölf Jahren aus Südchina in das kleine Elfrath gezogen, und wohnen nun in kleiner Vorstadt Villa mit Blick auf den Elfrather See. Die Mutter Bao, was so viel heißt wie Schatz, oder Juwel, ist eine zuverlässige Chefsekretärin in einer Anwaltskanzlei in Düsseldorf. Der Vater De, so viel übersetzt wie Tugend, oder Moral, arbeitet als Publizist und Korrespondent für eine lokale Zeitung westlich des Rheines.
Fang, was so viel wie wohlduftend, duftend heißt, und die Wahl des Namens durch die Eltern wohl überlegt wurde, setzte die Mutter unter Schock, als diese nach ihrem Halbtags Job bei einem Anwalt für Arbeitsschutz um halb drei nach Hause kam.
Als sie in der Diele des Eingangsbereiches am Großmütterlich geerbten Barock Spiegel vorbeitrat, der den aus Modern, asiatisch gemixten Stil mit dem barocken englischen verband, erstarrte sie.
Auf dem Neunzig mal Neunzig großen Spiegel prangte ein mit Zahnpasta erstellter, zwar nur angedeutet aber gut zu erkennender, versteifter Penis hervor. Da nur Fang die wohlduftende im Hause war, rief der Juwel des Hauses sofort nach ihr, um sie nach dem steifen Penis zu befragen.
Aber entgegen der Vorstellung der ach so geradlinigen Bao, gestand Fang das Aufmalen des Zahnpastapenis, ging aber, ohne sonderliche Gefühlsregung in ihr Zimmer zurück.
Auch das darauf folgende Schrei Gewitter, der aus der Fassung geratenen Bao, prallte an dem Kind wie chinesische Perlentropfen ab. Damit hatte Fang es geschafft ihre Mutter zum ersten Mal seit 1998 wieder aus der Fassung zu bringen, nämlich als Bao in ihrer Heimat Hainan noch als Referendarin in einer Informatik Firma arbeitete, die sich auf Werbung für Soziale Netzwerke spezialisierte. An diesem Tag im Juni 1998 wollte sie ihren Marketing-Manager erklären, dass die von Bao erstellten Werbeanzeigen in dem Netzwerk tatsächlich auf die Suchhistorie des jeweiligen Users abgestimmt sind und daher dessen Bedarf erkennen. Zu diesem Zwecke öffnete sie dazu das Account Profil ihres Mannes und prompt erschien eine Werbeanzeige von Billy Boy.
Bao erlitt einen Kollaps, und war- ungewöhnlich für Chinesen, den Rest des Tages krankgeschrieben.
Mit Hilfe der Energie, die durch den Schock versursacht wurde, versuchte Bao die schicke Fang Zeichnung mit Einsatz ihres Allzweck Kling Herdplattenspachtels zu entfernen. Zu ihrem Entsetzen stellte Bao fest, dass durch das Entfernen der Paste mit dem Spachtel sich Kratzspuren in Form eines versteiften Penis auf dem Großmütterlich Barock Spiegel gebildet hatten.
Im Endeffekt war das der Tropfen der das Fass zum Überlaufen, und die Eltern zur Erkenntnis brachte, dass mit Fang irgendetwas nicht normal war. So landete fang bei mir in der Praxis, wobei sie als aller Erstes an mir hochkletterte, um mich zu fragen, warum ich denn so wenig Haare auf dem Kopf hätte.
An diesem Beispiel wird deutlich, dass nicht immer Kinder, sondern auch Eltern ohne dass sie es merken, durch ihr vorleben Kinder in die falsche Richtung bringen.
2006 habe ich zu dem Thema Entwicklung und Erziehung einen kleinen Text geschrieben, der ein wenig süffisant umschrieben, den Versuch eines gutbürgerlichen Schulleiters schildert, seine Kinder inklusive Frau in richtige Bahnen zu lenken. Dabei stellen sich folgende Fragen:
Kann man das? Will man das? Sollte man das?


Gespräch mit Bernd Arnsdorf über Franz Hindemith

Der Franz Hindemith, Leiter der örtlichen Berufschule für Ergotherapie
Möchte nicht länger Leiter der örtlichen Berufschule für Ergotherapie sein
Hat Hindemith gesagt
So Bernd Arnsdorf wörtlich zu mir auf dem Bergheimer Markt
Weil ihm sein ganzes Leben zu Ergotherapeutisch geworden wäre
Und schon seine Kinder anfingen, darunter zu leiden
Die Erziehung sei ihm über den Kopf gewachsen und
Selbst alltägliche Dinge des Lebens würden in kompetenzzentrierten oder
Ausdruckszentrierten Methodiken zerbröselt und analysiert
Hat Hindemith zu Arnsdorf gesagt
Wörtlich




Die gestalterischen Ausbrüche der Kinder nahmen zunehmend unkontrollierte Formen an
Was sich in Ausbrüchen von Phantasie und der Wahrnehmung von ganz neuen
Erlebnisqualitäten und emotionalen Feuerwerken wiederspiegelte
Laut Arnsdorf nach Hindemith
Wörtlich
Hindemith habe bemerkt
So Arnsdorf zu mir auf dem Bergheimer Markt
Dass er die Entwicklung von Frustrationstoleranz
Verbesserung von Ausdauer und Konzentration
Während des Spielverhaltens seiner Kinder
Nicht mehr unter Kontrolle habe
Geschweige denn beeinflussen könne
Nach Hindemith durch Arnsdorf
Zu mir
Wörtlich
So sei ihm zum Beispiel die Herstellung einer einfachen Marionette
Aus Pappmache und Nylonfäden
Völlig aus der Hand geglitten
Nach Hindemith laut Arnsdorf
Die Fertigung des Körpergerüstes und
Des Spielkreuzes aus Holz
Unter konstruktiv gestalterischen Aspekten
Habe demnach nicht zur Verbesserung von Integrationsfähigkeit und
Konfliktbewältigung beigetragen
Oder der Kommunikation innerhalb der Gruppe gedient
So Arnsdorf nach Hindemith
Zu mir
Schlimmer
Das Marionetten machen sei zu einer
Völlig ziellosen Spielerei entartet
Was Hindemith zu der Ansicht gebracht habe
Sein Leben total umzustellen
Sagt Arnsdorf
Wörtlich
Er wolle das mit der Ergotherapie jetzt komplett überdenken
Und mehr in Richtung Montessori leben
Hindemith habe jetzt einen Job als Fernfahrer angenommen
Um den Kindern mehr Freiheit zur Entwicklung und Entfaltung
Ihrer natürlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu gewährleisten
Außerdem habe sich Hindemith von seiner Frau
Charlotte Hindemith
Getrennt
Und sämtliche ergotherapeutischen Möbel und Hilfsmittel
Inklusive seiner Frau
Aus der gemeinsamen Wohnung in Hülsdonk
Entfernt
So Arnsdorf zu mir
Wörtlich
Nach Hindemith
Er wolle den Kindern eine ihnen gemäße Umgebung bieten
Es ginge Hindemith in erster Linie darum
Den Kindern die anthroposophische Lebensweise
Also die Übertragung menschlicher Eigenschaften
Auf Dinge oder Natur
Und die Steigerung des menschlichen Bewusstseins
Über die geistige Welt an sich
Näher zu bringen
So Arnsdorf laut Hindemith
Wörtlich
Arnsdorf habe daraufhin nachgefragt
So Arnsdorf zu mir
Ob die Kinder durch die führerlose Erziehung und das Entbehren der Eltern
Auch gerade durch die Entfernung der Mutter
Und das ständige Umherfahren des Vaters
Nicht irgendwelche Schäden wie
Tendenzen zur Homosexualität oder zügelloser Entwicklung von
Politischen Quergedanken oder revolutionären Gedankenguts
Davon tragen würden
Dieses verneine Hindemith
Und wies auf die Ganzheitlichkeit des Menschen hin
Der Mensch an sich neige dazu
Alles zu differenzieren wobei
Der Charakter eines Einzelnen
Vielmehr durch die verschiedensten Faktoren gebildet und zu einem Ganzen
Wachsen würde
Und man Kindern diesen Prozess der Bildung des Charakters
Mit all seinen Auswüchsen und Läuterungen
Zustehen müsse
So Arnsdorf laut Hindemith
Zu mir
Wörtlich
Hindemith selbst habe diesen Prozess nie ausleben dürfen
Tatsächlich musste er einmal drei Tage lang
Im Keller seines Elternhauses in Wuppertal
Mit Oma`s ungeliebten Rhababerpfannkuchen und warmer Milch
Verbringen
Nur weil er beim Murmelknickern
Seiner damals neunjährigen Nachbarstochter
Aus Versehen
Eine Murmel unter den Sommerrock geknickert hatte
Sagt Arnsdorf laut Hindemith
Zu mir
Nach den neu gemachten Erfahrungen
Und lebensverändernden Maßnahmen
Wie das Entfernen der eigenen Frau
Und die Aufgabe der Stelle des
Schulleiters der örtlichen Berufsschule für Ergotherapie
Und der Umschulung zum Fernfahrer
Wolle Hindemith diese Art Selbstfindung
Inklusive der Möglichkeit des straflosen Knickerns mit Nachbarstöchtern
Seinen eigenen Kindern
Zugestehen und vorantreiben
So Arnsdorf zu mir
Wobei alles natürlich im Rahmen der Montessorischen Zielsetzung
Und pädagogischen Modellansätzen ablaufen solle
Frei nach dem Motto
Zielloses Knickern fördert das Bewusstsein des Heranwachsenden
Und gibt unserer Gesellschaft eine neue Richtung
Laut Arnsdorf von Hindemith
Zu mir
Wörtlich
Auf dem Bergheimer Markt
Das Besuchen einer diversen Waldorf Schule
Hielte Hindemith aber für übertrieben
Fügte Arnsdorf noch hinzu



Steffen Kersken 01\06










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